Lebensmittel sind keine Nahrungsmittel!

Lebensmittel sind keine Nahrungsmittel _ Andrea Sokol

Im Gespräch mit Lifecoach Andrea Sokol.

Ihr Motto ist Motivation durch Inspiration!

Als Lifecoach, Beraterin und Autorin ist es ihr ein Anliegen neue Perspektiven und Herangehensweisen aufzuzeigen, von denen man im Alltag und Berufsleben schnell profitiert.

Auf ihrem Youtube-Kanal „Oh Lala & So Lala“, gibt es viele Rezepte, Anregungen und Tipps mit ausführlicher Anleitung, um seinen Lifestyle praktisch und positiv zu gestalten.

Sie zeigt als Ernährungsberaterin viele Möglichkeiten auf, wie man ohne großen Aufwand seine Kraft und Energie steigern kann. Durch ihre Arbeit als Phytotherapeutin hilft sie auf natürliche Weise Befindlichkeitsstörungen mit der Pflanzenheilkunde in den Griff zu bekommen und Blockaden zu lösen.  In ihrem aktuellsten Buch ‚Das Alles-verwenden-Kochbuch‘ zeigt Andrea, wie ausgewogene, abwechslungsreiche und pflanzenbasierte Ernährung funktioniert: Alles, was man benötigt sind schlaue, nachhaltige Einkaufstipps, gesunde Grundzutaten und einfache, schnelle Rezepte.

Christoph Pooth: Heute ist bei mir eine großartige Frau zu Gast, die Ideen und Anregungen hat, was man in seinem Leben smarter, nachhaltiger und gesünder machen kann. Ich spreche mit der wunderbaren Andrea Sokol. Herzlich willkommen! 

Andrea Sokol: Hallo Christoph, man sieht es ja nicht, aber ich bin jetzt ganz rot und mein Herz schlägt sehr hoch. Vielen Dank für diese wunderschöne Einleitung. Ich hoffe, ich kann halten, was du angekündigt hast.

Christoph Pooth: Da bin ich mir sicher. Erzähl doch, wie du zu der Thematik Gesundheit und Nachhaltigkeit gekommen bist. Wie kam das , dass du hinterfragt hast, ob das alles was einem erzählt wird oder was man liest seine Richtigkeit hat oder ob es noch besser geht.

Andrea Sokol:  Oh da muss ich selber nachdenken. Wann hat das eigentlich angefangen, dass ich mal ein bisschen versucht habe, meine Lösung selber zu suchen? War das jetzt nur aus purer Frustration? Oder, weil mir die Resultate der Lösungen, die mir angeboten worden sind, nicht genügt haben? Man denkt ja häufig, man hat ein Problem, dann geht man zu jemandem und der löst einem dieses.

Christoph Pooth: Du warst noch nicht bei mir anscheinend? (lacht)

Andrea Sokol: Ja, genau. Ich war noch nicht bei dir. Ich komme demnächst. (lacht). Ich bin jemand, den interessiert sehr viel. So fing das schon immer an. Ich bin in Berlin aufgewachsen mit Currywurst und Pommes und auch mit Kassler und sonst allem was dazu gehört. Und ich habe mir um Ernährung oder vielmehr Gesundheit ehrlich gesagt sehr, sehr lange keine Gedanken gemacht. Leider ist es oftmals so in unserer Gesellschaft, dass wir erst anfangen, uns Gedanken darüber zu machen, wenn wir Probleme, also ein Symptom haben. Und dann ist eben das Ding mit dem Symptom zum Beispiel Kopfschmerzen, oder geschwollene Zähne, die tun so weh. Und erst dann gehen wir zu einem Arzt. Ich muss ja jetzt auch mit deiner Gilde, aufpassen, aber da gibt es natürlich auch wie bei einem Maurer oder wie bei einem Gemüsehändler Unterschiede. Also es gibt jemanden, der passionierter mit seinem Gemüse umgeht, oder mit seinen Steinen und sich ordentlicher damit auseinandersetzt. Oder es gibt jemanden der sagt: Jetzt nimmst du mal die Tablette und es wird schon besser.  Und irgendwann hast du fünf oder sechs Probleme und nimmst dann acht oder neun Tabletten. Und dann wunderst du dich, warum du eigentlich schlecht schläfst. Das sind viele Sachen, die dann aufeinander treffen.

Irgendwann habe ich gedacht: Ne ich will eigentlich nicht mein Leben lang Tabletten nehmen.

Christoph Pooth: Gab es da ein bestimmtes A-ha Erlebnis?

Andrea Sokol: Ja ich hatte da meine Schilddrüsenunterfunktion und dann sollte ich L-Thyroxin nehmen. Und in der Tat, ging es mir auch ganz gut. Aber ich hatte zudem andere Beschwerden, also Nebenwirkungen und damit fing es eigentlich an. Das war vor ungefähr 12 Jahren – ich habe es hinterfragt und mich mit meinem Körper beschäftigt. Dann kam mir die Erkenntnis: Mensch von der Schilddrüse hängt ja alles ab! Daher hab ich gedacht: Hör mal, was bin ich für ein kleiner Knödel, dass ich ja gar nichts über meinen Körper weiß. Ich weiß vielleicht, welches Kleid und welcher Schnitt von der Jacke bestens steht. Aber was passiert innendrin? Und wer erklärt es mir? Für die Sesamstraße war ich irgendwie zu alt und ich  musste es mir selber erklären. Und so fing das an. Zu der Zeit hatte ich dann auch schon lange Jahre Fernsehen moderiert und sehr viel recherchiert also selber meine ganzen Themen recherchiert . Außerdem hatte ich bereits mit vielen Sterneköchen zusammengearbeitet. Einige  waren ab 1997 bei mir in der Fernsehsendung und dadurch habe ich mich step bei step weiterentwickelt. So habe ich mein eigenes Restaurant aufgemacht, hab dort gekocht und Rezepte entwickelt. Ich habe immer geguckt, was für Nährwerte in den Speisen drin sind. Und mir wurde bewusst, ganz viele Krankheitssymptome bekommen wir mithilfe der Inhaltsstoffen der Lebensmittel in den Griff. Natürlich nicht von heute auf morgen.

Christoph Pooth: Nun hast du Das alles verwenden Kochbuch geschrieben. Darin beschäftigst du dich mit dem wichtigen Thema, welches mir auch immer ein Dorn im Auge gewesen ist, Food Waste – der Wegwerfgesellschaft im Bereich der Nahrungsmittel. Es werden mehrere Millionen Tonnen im Jahr einfach verschwendet in unserer Gesellschaft – einfach weggeschmissen!

Andrea Sokol: Was alles weggeworfen wird, hängt natürlich auch damit zusammen, dass wir immer Angst haben, nicht genug zu haben. Oh Gott, wir könnten ja an dem einen Sonntag, an dem, was geschlossen ist verhungern. Und zum anderen, dass wir natürlich auch die Sachen nicht mehr genug respektieren oder auch gar nichts mit ihnen anzufangen wissen

Ich unterteile ganz genau in Lebensmitteln und in Nahrungsmitteln. Also die Nahrungsmittel halten dich kurzzeitig vielleicht ganz fröhlich mit viel Fett und Zucker und ein bisschen satt. Und die Lebensmittel, die machen dich lebendig und jetzt kannst du dich entscheiden.

Wenn ich Vorträge halte oder Leute berate, dann kommen wir immer auf die gleiche Sache: Wenn du besser isst, wenn du besser schläfst, wenn du dadurch positive Gedanken hast, dann bist du kreativer hast Spaß an der Arbeit und mehr Energie. Du kommst oft gar nicht wirklich in Schwung, wenn du keine Bitterstoffe ‚drin‘ hast. Wenn du keine Ballaststoffe ‚drin‘ hast und keine wirklichen Nährstoffe mehr, dann fällt es auch schwerer in den Schlaf  zu finden. Am Anfang ist eine Nahrungsumstellung nicht leicht. Es ist ein Entzug. Aber wenn Du dich dann besser fühlst durch die Ernährung, dann wirst du auch süchtig danach, dass du dich besser fühlst!  Dann musst du dich um ganz viele Sachen, wie zum Beispiel eine schlechte Verdauung, Kopfschmerzen oder Antriebsschwierigkeiten morgens wach zu werden, nicht mehr kümmern. Das läuft dann von alleine.

Christoph Pooth: Wäre es nicht sinnvoll zu sagen, wir fangen für dieses Bewusstsein schon ganz früh an. Indem man in der Grundschulzeit schon die ersten Impulse setzt für eine gute Ernährung – gerade jetzt, wo wir uns in einer aufgeklärten Welt befinden, sollte es doch immens wichtig sein, dieses Thema in die Schulen zu bringen. Damit die Kinder auch wenn sie es zuhause nicht vorgelebt bekommen, ein eigenes Bewusstsein dafür entwickeln.

Andrea Sokol: Vor 30 Jahren sah die Ernährung noch ganz anders aus, als heutzutage. Convenience Food mit den industriellen Zutaten und dem vielen Zucker, das war bei uns noch nicht so. Wir haben noch ein bisschen anders als heutzutage gegessen. Und wenn wir uns jetzt in der heutigen Welt fragen: Wie kriegen wir die Kinder dahin? Na, dann darf man natürlich nicht die Geschmacksknospen bei eben diesen verderben. Und schon im Babyalter mit dem ersten industriell gefertigtem Brei die Mäuler stopfen, sondern da sollten zum Beispiel Pastinaken frisch gemacht werden. Karotte frisch gekocht oder Zucchini gedämpft werden. Das wird einfach ein bisschen in der Pfanne oder im Kochtopf gemacht. Die Kinder lieben das. Dann sind sie an diese Geschmäcker gewohnt und finden die anderen Geschmäcker sehr viel zu süß. Aber wenn die Kiddies sehr früh auf Spaghetti Bolognese aus dem Glas codiert werden, wo natürlich künstliche Geschmacksaromen enthalten sind, die du in einer ursprünglichen oder pflanzlichen Ernährung wie ich es ja immer nenne, nicht so findest, und da kommt einer mit einer gedünsteten Zucchini, dann wirst du da keinen Anklang bei den Kindern finden.

Christoph Pooth: Zucker ist ein wichtiges und großes Thema, der Konsum hat sich verdoppelt oder sogar verdreifacht. Industriell bedingt natürlich. Das ist auch ein Punkt, den Du erwähnst, dass unsere Kinder teilweise nicht mehr das Bewusstsein haben für ein gutes Lebensmittel, welches einen normalen Zuckergehalt enthält.

Andrea Sokol: Das stimmt. Es muss auch ein Bewusstsein dafür entwickelt werden, wo es herkommt? Viele Kinder wissen ja nicht mal wie eine Zucchini aussieht und kennen nur noch Schokoriegel.

Aber dazu kommt eben auch noch, dass sich die Lebensmittel so verändert haben. Dazu kommt eben auch noch die Massentierhaltung, die hormonelle Belastung, die Wachstumshormone, die Antibiotika, die da drin sind.

Deshalb ist es kein Lebensmittel, sondern ein Nahrungsmittel. Ein Lebensmittel, muss man auch zugeben, wird schneller schlecht. Deshalb ist es wichtig, wenn du da nix drin hast, was sie künstlich haltbar macht, dann solltest du auch tunlichst alles verwenden. Daher sind die Suppen oder Eintöpfe, die ich mache immer für mehrere Tage.

Christoph Pooth: Ist das dann sehr kompliziert?

Andrea Sokol: Meal Prep ist in der Tat so ein bisschen Organisation. Das ist wie eine Sprache lernen. Am Anfang denkst du: Das lerne ich nie! Und dann auf einmal, schwupp…Aber die Zeit, die du zu Anfang investierst, für die nächsten vier Tage, die holst du siebenfach raus. Abgesehen davon, dass man sich bei allen Aktivitäten viel besser fühlt. Man sitzt nicht schlapp auf dem Sofa. Ich brauche morgens keine halbe Stunde um Schwung zu kommen und ich brauche keine Stunde abends, um einzuschlafen, weil ich zudem auch noch alle Nährstoffe hab. Ich habes es in meinem Buch so aufgebaut, dass man größere Mengen kocht. Ob du jetzt 15 Liter machst oder 7 Liter, ist kein großer Unterschied. Du kannst mit einem Lebensmittel so viele unterschiedliche Sachen machen, dass es zum einen nicht schlecht wird und du musst auch nicht viele verschiedene Zutaten zu Hause haben und hast trotzdem sehr viel Abwechslung und Freude, wenn du gerade im Außendienst bist.

Christoph Pooth: Braucht man denn dazu besondere Küchengeräte?

Andrea Sokol:Du brauchst einen Hochleistungs Mixer, den würde ich schon empfehlen. Aber das wars auch schon. Keine Kochautomaten – den hey, ihr tut was für euren Grips, weil ihr euch damit beschäftigt, wenn Ihr es selber macht. Ihr bereitet etwas vor, was wirklich wertig ist. Man hat auch noch etwas für die nächsten Tage und muss gar nicht groß drüber nachdenken.

Christoph Pooth: Das versuche ich auch unseren Patienten zu erklären  – sich wirklich so gut zu ernähren, dass man auch nachhaltig was davon hat. Richtig kauen und richtig schmecken. Oft haben wir das verlernt in der Hektik des Alltags.

Andrea Sokol:  Wichtig ist einfach anzufangen. Am Anfang ist es vielleicht nur rein bisschen und du merkst aber bald Du fühlst dich besser. Du bist organisierter. Du hast mehr Zeit und dein Umfeld hat auch mehr Spaß an dir. Und dann wird es immer mehr. Du bist gut gelaunt und du machst für alle was Leckeres zu essen.

Christoph Pooth:Bei leckerem Essen bin ich auch immer gut gelaunt und das ist sehr wichtig im Leben – auch das hält uns gesund. Ich sage vielen Dank für das tolle Gespräch liebe Andrea.

Andrea Sokol:Dankeschön an Dich Christoph!

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